Bericht von Frontal 21 - Geld geben Gesundheit
Ein Bericht von Frontal 21 über die Zweiklassen-Medizin in Deutschland.
Videolink: Geld Gegen Gesundheit -Frontal 21
Sehr sehenswert!
Kein Anspruch auf Spitzenmedizin um jeden Preis für GKV Versicherte
Aus einem kürzlich veröffentlichten Urteil (AZ.: L1 KR 289/10) des Landesgerichts Hessen ist mal wieder klar gestellt worden, versicherte in der gesetzlichen Krankenversicherung haben keinen Anspruch auf Leistungen, die nicht im Leistungskatalog enthalten sind. Dabei ist es unerheblich, ob es sich um eine lebensbedrohliche Erkrankung handelt, wenn es zumutbare Alternativen gibt.
Ein 74-Jähriger Mann hatte gegen seine Krankenkasse geklagt, weil diese eine spezielle Behandlung in den Niederlanden nicht bezahlen wollte. Dabei ging es um eine Diagnosemethode, bei der mit Hilfe von Eisenpartikeln kleineste Metastasen in den Lymphknoten feststellen kann. Mit dem Argument, die Behandlung wäre keine Vertragsleistung, lehnte die Kasse die Rechnung über 1500,- Euro ab.
Die Krankenkassen müssen nicht alles bezahlen, was möglich ist und die Gesundheit wiederherzustellen oder zu erhalten, so dir Richter und gaben der Krankenkasse Recht. Es gäbe schließlich zumutbare Alternativen der Behandlung und Diagnostik und somit kann er sich noch nicht einmal darauf berufen, dass seine Grundrechte verletzt sein.
Dieses Beispiel zeigt: Hightech – Medizin findet an gesetzlich versicherten nicht statt. Das Selbe gilt aber auch für privat Versicherte, die einen Tarif abgeschlossen haben, der auf die Gebührenordnung für Ärzte in Deutschland gebunden ist. Kommt es zu einer geplanten Behandlung im Ausland, rechnet die Versicherung maximal nach den in Deutschland fällig gewordenen Sätzen, höchsten jedoch zum 3,5 fachen Satz ab.
Deshalb ist in der privaten Krankenversicherung unbedingt darauf zu achten, dass die Behandlung NICHT auf die GOÄ begrenzt ist, so dass im Notfall auch eine Behandlung im Ausland gewählt werden kann. Das gilt sowohl für den ambulanten als auch für den stationären Teil.
Wie gesund leben die Deutschen - Eine Studie der DKV - Deutsche Krankenversicherung
Die DKV - Deutsche Krankenversicherung (PKV) wollte wissen, wie gesund die Deutschen leben und startete deshalb eine Studie mit dem Zentrum für Gesundheit der Sporthochschule Köln. Demnach lebt nur jeder Siebte gesund. Ungenügende oder nicht richtige Bewegung und falsche Ernährung sind Hauptfaktoren für Schlaganfall, Diabetes und Stoffwechselerkrankungen.
Nur 14% der Befragten erreichten das empfohlene mindestmaß an Sport pro Woche von fünf mal 30 min.! Jeder Vierte raucht und nur die Hälfte ernährt sich einigermaßen gesund, sowie jeder Fünfte trinkt mehr als Empfohlen und die Hälfte empfindet regeläßigen Stress.
Am meisten Sorgen bereiten die jungen Erwachsenen unter 30. Alkohol, Zigaretten und schlechte Essgewohnheiten sind hier weit verbreitet.
Unser Fazit... Trotz regelmäßiger Aufklärung in den Medien über eine gesunde Lebensweise lebt das Groh der Deutschen eher ungesund. Uns stellt sich hier die Frage ob es nicht schlauer wäre, statt teure Arzneimittelausgaben den Markt noch stärker zu regulieren und die gesunde Lebensweise vorbeugend mehr zu fördern. Hier muss die Politik handeln.





