Bericht von Frontal 21 - Geld geben Gesundheit
Ein Bericht von Frontal 21 über die Zweiklassen-Medizin in Deutschland.
Videolink: Geld Gegen Gesundheit -Frontal 21
Sehr sehenswert!
BaFin Beschwerdestatistik 2011 in der Krankenversicherung
Hinweis: Die aktuelle Beschwerdestatistik finden in unserem neuen Blogeintrag Beschwerdestatistik Bafin in der Krankenversicherung
Auch dieses Jahr veröffentlicht das Bundesamt für Finanzdienstleitungsaufsicht - kurz BaFin - die Beschwerdestatistik der Versicherungen. Mit 1659 Beschwerden haben sich über die Krankenversicherung 2011 rund 3% weniger Verbraucher beschwert als im Vorjahr.
Am wenigsten Beschwerden gab es über die Hanse Merkur Speziale Krankenversicherung, die hautsächlich die Brillenversicherung über den Optiker Fielmann verkauft. Dahinter folg die R+V Krankenversicherung mit unter einer Beschwerde pro 100.000 Versicherte im Jahr.Am schlechtesten schnitt hierbei die Gothaer ab, gefolgt von dem Münchener Verein, der Mannheimer und auch die Axa ist wieder in den hinteren Rängen zu finden.
Die Aussagekraft einer solchen Statistik ist jedoch begrenzt. Selbst die hohe Beschwerdequote der Gothaer ist prozentual gesehen 0,01751 % Beschwerden! Die Beschwerdestatist finden Sie auf der Internetseite des BaFin.
Beschwerden beim Ombudsmann
Dennoch erhöhten sich im selben Zeitraum die Beschwerden beim Ombudsmann für die Private Kranken- und Pflegeversicherung um neun Prozent auf 6511 Beschwerden. Trotzdem ist das noch ein durchweg erfreuliches Ergebnis, bei insgesamt 41 Millionen Krankenversicherungsverträgen. Das entspricht einer Beschwerdequote von 0,016%. Der Tätigkeitsbericht ist auf der Seite des PKV Ombudsmann als pdf herunterzuladen.
Nachtrag 10.01.2013:
Einem Bericht der Süddeutschen Zeitung zufolge, sind im vergangenen Jahr 2012 die Beschwerden beim Ombudsmann der privaten Krankenversicherung auf 6354 Beschwerden gesunken. Das waren 2,4% weniger als im Jahr 2011.
Negative Berichte
Angesichts der Zahlen muss man sich dann schon mal Fragen, wie die Presse die angebliche massenhaften Unzufriedenheit der Versicherten in der Privaten Krankenversicherung rechtfertigen will.
Deshalb ist ein Beratung durch einen Experten und unabhängigen Versicherungsmakler anzuraten. Denn wer seinen Vertrag kennt, weiß was er versichert hat.
Kein Anspruch auf Spitzenmedizin um jeden Preis für GKV Versicherte
Aus einem kürzlich veröffentlichten Urteil (AZ.: L1 KR 289/10) des Landesgerichts Hessen ist mal wieder klar gestellt worden, versicherte in der gesetzlichen Krankenversicherung haben keinen Anspruch auf Leistungen, die nicht im Leistungskatalog enthalten sind. Dabei ist es unerheblich, ob es sich um eine lebensbedrohliche Erkrankung handelt, wenn es zumutbare Alternativen gibt.
Ein 74-Jähriger Mann hatte gegen seine Krankenkasse geklagt, weil diese eine spezielle Behandlung in den Niederlanden nicht bezahlen wollte. Dabei ging es um eine Diagnosemethode, bei der mit Hilfe von Eisenpartikeln kleineste Metastasen in den Lymphknoten feststellen kann. Mit dem Argument, die Behandlung wäre keine Vertragsleistung, lehnte die Kasse die Rechnung über 1500,- Euro ab.
Die Krankenkassen müssen nicht alles bezahlen, was möglich ist und die Gesundheit wiederherzustellen oder zu erhalten, so dir Richter und gaben der Krankenkasse Recht. Es gäbe schließlich zumutbare Alternativen der Behandlung und Diagnostik und somit kann er sich noch nicht einmal darauf berufen, dass seine Grundrechte verletzt sein.
Dieses Beispiel zeigt: Hightech – Medizin findet an gesetzlich versicherten nicht statt. Das Selbe gilt aber auch für privat Versicherte, die einen Tarif abgeschlossen haben, der auf die Gebührenordnung für Ärzte in Deutschland gebunden ist. Kommt es zu einer geplanten Behandlung im Ausland, rechnet die Versicherung maximal nach den in Deutschland fällig gewordenen Sätzen, höchsten jedoch zum 3,5 fachen Satz ab.
Deshalb ist in der privaten Krankenversicherung unbedingt darauf zu achten, dass die Behandlung NICHT auf die GOÄ begrenzt ist, so dass im Notfall auch eine Behandlung im Ausland gewählt werden kann. Das gilt sowohl für den ambulanten als auch für den stationären Teil.
Beitragsentwicklung in der Krankenversicherung - Was steckt dahinter?
Heute - am 07.05.2012 - findet sich wieder ein Artikel in der Online-Ausgabe vom Handelsblatt mit dem Titel: „Die Schlinge um die PKV zieht sich zu“. Leider häufen sich solche negativen Beiträge in der Presse. Viele Versicherte werden so systematisch verunsichert. Falsche und teils schlecht recherchierte Informationen gelangen so in den weiteren Umlauf. Doch was steckt hinter den Aussagen und welche Punkte werden hier gar nicht beleuchtet? Wenn man den Aussagen glauben will, muss man erst einmal die Fakten zusammen tragen und einzeln bewerten.
Beitragsentwicklung in der privaten Krankenversicherung
Die Beitragsentwicklung in der PKV ist mit Statistiken der BaFin, also dem Bundesamt für Finanzdienstleistungsaufsicht leicht nachzuvollziehen. Seit über einem Jahrzehnt hält die Finanzaufsicht die Beitragsentwicklung der ca. 40 Krankenversicherer fest. Aus dieser Statistik ergibt sich zum April 2012 eine Steigerung um 5,2% im Durchschnitt pro Jahr zwischen 2000 und 2012.
Eine weitere neutrale Quelle sind bedeutende Unternehmen wie zum Beispiel der MAP-Report. Die Analysten kommen dabei zwischen 1997 und 2008 auf eine Steigerung von 5,3%, also ein ähnlicher Steigerungssatz.
Selbst die AOK mit ihrer Studie „Krankenversicherungsmarkt der Zukunft“ kommt in ihren Berechnungen zwischen den Jahren 1997 und 2007 auf eine Steigerung von 4,1%.
In meiner Beratung als Versicherungsmakler und Spezialist für die Krankenversicherung werde ich eigentlich immer nach der Beitragsentwicklung gefragt. Meine konkrete Antwort lautet: „Die Beiträge werden sich im Durchschnitt um ca. 5% pro Jahr anpassen“.
Warum müssen Beitrage in der privaten Krankenversicherung angehoben werden
Was in den Meldungen schlicht weg verschwiegen wird ist, dass auch die PKV der Inflation unterliegt. berechnet man die Inflation der letzten 50 Jahre im Durchschnitt, landen wir bei 2,8%. Als Berater hat man hierzu immer seine Faustformeln parat, die da heißt: „Daumen mal Pi,...alle 25 Jahre halbiert sich das Geld“!
Das heißt, wenn ich heute eine Krankenversicherung mit 300,- Euro mtl. beginne, kostet mich derselbe Vertrag in 25 Jahren 600,- Euro.
- Die Gesundheitsausgaben
Es ist immer schwer verlässliche Zahlen im Netzt zu finden. Betrachtet man allerdings die Gesamtheit der im Netz öffentlich zugänglichen Angaben, kommt man im Schnitt auf eine Netto-Ausgabensteigerung (ohne Inflation) von ungefähr 2% Steigerung pro Jahr die letzten 20 Jahre.
Dabei spielen Faktoren wie zum Beispiel neue Behandlungsformen, höhere Medikamentenausgaben, technische Fortschritt wichtige Rollen.
- Die höhere Lebenserwartung
Der medizinische Fortschritt bringt gleichzeitig eine höhere Lebenserwartung mit sich. So lag zum Beispiel die Lebenserwartung eines 1960 geborenen Mannes bei ca.67 Jahren und einer Frau bei ca. 72 Jahren.Bis 2010 verschob sich das durchschnittliche Alter des Ablebens bei Männern auf 83,97 Jahre und bei Frauen auf 87,34 Jahre. Das ist ein Anstieg der Lebenserwartung von mehr als 10% in 50 Jahren.
Solche Veränderungen der Lebenszeit müssen bei der Nachkalkulation berücksichtigt werden. Medizinische Leistungen werden somit nicht nur häufiger, sondern auch noch viel intensiver wahrgenommen, denn ein 80-Jähriger Mensch benötigt mehr als das vierfache an Gesundheitsleitungen, der eines 40-Jährigen.
- Das Zinsniveau
Krankenversicherungen bilden für das Alter Rückstellungen. Hierzu wird ein Teil des Beitrags dazu verwand, für das Alter angelegt zu werden. Dazu wählen Versicherer in der Regel langfristige und sichere Geldanlagen. Dabei spielt das Zinsniveau eine entscheidende Rolle. So bekamen Versicherer 1995 noch durchschnittlich 7-8% Zinsen auf Anlagen von mehr als 20 Jahren. Heutige Geldanlagen werden mit im Durschnitt 4% verzinst. Das ist ein Zinsverlust von ca. 50%. Auch Rückstellungen für das Alter spielen also bei der Preisfindung eine große Rolle. Dagegen kommen bessere Ergebnisse als kalkuliert in den Rückstellungstopf.
Vergleich zum System der gesetzlichen Krankenversicherung
In vielen Beiträgen habe ich schon darüber geschrieben. Gelinde gesagt verstehe ich dabei nicht, wie die Presse angesichts der Lage noch immer die gesetzliche Krankenversicherung weniger Torpediert, als die PKV. Stellen wir doch mal das System der GKV auf den Kopf und schauen, was hier für Informationen bzgl. Beitragsentwicklung zu finden sind und wir werden schnell erkennen, dass sich die Bürger hier auf eine aussichtslose Zukunft einstellen können.
- Die demographische Entwicklung
Bei der Frage wo die demographische Reise hingeht, kann man mit wenigen Worten gut erklären. Die über 80-Jährigen werden sich in den nächsten Jahrzehnten verdreifachen, hingegen die erwerbstätige Bevölkerung zwischen 20 und 65 Jahren um mehr als 30% schrumpfen wird. Das Statistische Bundesamt rechnet schon 2017 damit, dass es weniger erwerbstätige Personen als Rentner, Kinder und ALG-Bezieher gibt. Diese Tendenz setzt sich unweigerlich fort.
In einer weiteren Studie des Bundesamtes „Demographischer Wandel – Heft 2 – Auswirkungen auf Krankenhausbehandlungen und Pflegebedürftigkeit“ wird mit einer wahren Kostenentwicklungs-Explosion gerechnet.
Zu ähnlichen und teils Besorgnis erregendere Ergebnisse kommen die Studien des wissenschaftlichen Instituts der PKV. So ist auch hier ein Steigen der Gesundheitsausgaben durch Langlebigkeit einzukalkulieren, und das bei sinkenden Erwerbstätigenzahlen.
Zum Stichwort Leistungen: In der Presse geistert schon das Gespenst, dass über 70-Jährigen bestimmte Operationen (Hüfte, etc.) nicht mehr genehmigt werden. Weiterhin gibt es den Ausdruck: "Blutige Entlassung". Dieser resultiert aus den Fallpauschalen für eine Operation. Für eine Bestimmte OP gibt es eine sogenannte Fallpauschale, also ein bestimmter Eurobetrag. Je früher der Patient entlassen wird, desto mehr verdient das Krankenhaus an einem Patienten. Im Umkehrschluss heißt das: je weniger Geld das Krankenhaus bekommt, desto unrentabler wird die Angelegenheit!
- Wo führt das hin
Etliche Gesundheitsreformen in den vergangenen Jahren haben gezeigt, dass der Bundesregierung nicht viele Lösungen übrig bleiben.
Ein Umlagesystem oder anders gesagt, eine Geldverteilungsmaschine wie die gesetzliche Krankenversicherung, dürfte in den nächsten Jahrzenten nicht mehr so weiter existieren können und selbst die dürftigen Leistungen von heute kann sie dann auch nicht mehr erbringen.
Im Klartext heißt das: Enorme Leistungskürzungen und drastische Beitragssteigerungen und die Finanzierungslast der GKV trägt die junge Generation!
Selbst kurzfristige Überschüsse ändern daran nichts. Die Diskussionen über die Verwendung der Überschüsse zeigen, dass vermeintliche Reserven vor einer Zweckentfremdung nicht geschützt sind.
Thomas Drabinsky vom Institut für Mikrodaten-Analyse führt in einer seiner Schriftenreihen aus, dass das Modell der GKV nicht zukunftsfähig ist. Selbst eine Ausweitung der Bemessungsgrenzen oder die von der Linken und SPD angepriesenen Bürgerversicherung schaffen keine Abhilfe. Das GKV - System werde 2040 kollabieren, so Drabinsky!
Fazit:
Ein Schelm, wer nach diesen Ausführungen noch immer behauptet, der privaten Krankenversicherung ginge es schlecht und wir stünden vor dem Ende der PKV. Die Bürgerinnen und Bürger werden all zu oft von der Presse und den Interessenvertretern der GKV hinters Licht geführt. Wir sind es ja mittlerweile gewohnt, dass die Presse eher mit den Wölfen heult, anstatt sich richtig und wie es sich für sauberen Journalismus gehört objektiv mit Themen auseinander setzt. Heute verdient man kein Geld mehr mit der Wahrheit, sondern vielmehr mit Schlagzeilen.
Mein Tipp für Sie:
Lassen Sie sich in Sachen Krankenversicherung von einem Spezialisten beraten, der Ihnen die Vor- und Nachteile beider Systeme erklären kann. Als Versicherungsmakler für die Krankenversicherung stehen wir Ihnen natürlich gerne jederzeit zur Verfügung, und holen Sie sich auf jeden Fall immer eine zweite Meinung ein!





